"Projekte 13" (Q3)

Projekt "Migration" an der Einhardschule

Seligenstadt, 3.2.2013. Das Thema Migration nimmt im regulären Unterricht wenig Raum ein, während es aus gesellschaftspolitischer Sicht eine große Rolle spielt. Jeder erinnert sich sicher noch an die Debatte um Thilo Sarrazins provokantes Buch „Deutschland schafft sich ab".

Grund genug also, dass sich die angehenden Abiturienten der Einhardschule in einem dreitägigen Projekt einmal ausgiebig mit der Thematik befassten. Dabei wurden ganz unterschiedliche Fragen untersucht. In fächerüber-greifenden Projektgruppen ging es zum Beispiel um die kulturelle und religiöse Identität von Migranten aus Ländern des islamischen Kulturkreises. Unter dem Stichwort Kultur ging es aber auch darum, dass Migranten im kulturellen Schaffen unseres Landes eine immer größere Rolle spielen.                         

Natürlich wurden auch die Thesen Sarrazins kritisch durchleuchtet. Eine Schülergruppe befasste sich mit der Frage, ob diese Thesen zu Migranten bestimmter Ethnien in Deutschland aus Sicht der modernen Genetik haltbar sind. Vor diesem Hintergrund fragten sich die Schüler auch, inwieweit sich Sarrazins Thesen noch von den Methoden der Rassenforschung im Nationalsozialismus unterscheiden und wie diese Methoden und Ergebnisse aus Sicht der modernen Genetik zu bewerten sind.

Migration ist natürlich nicht nur ein typisch deutsches Thema. Die ehemalige Kolonialmacht England ist viel mehr noch als Deutschland ein Einwanderungsland. Und so herrscht in England vor allen Dingen Pluralität, vor diesem Hintergrund fragen sich die Briten natürlich auch, worin denn jetzt noch ihre kulturelle  Identität besteht. Und genau diese Frage stand auch im Fokus der Projektgruppe. Die Schüler warfen einen Blick darauf, wie sich kulturelle Entwicklungen als identitätsstiftend erweisen. Aber auch die moderne Genetik spielte in dieser Gruppe eine große Rolle, denn schließlich kann man heute seine Abstammung auch in den Genen finden.

Geht es um Migration kommen auch immer wieder die Statistiker zu Wort. Im sogenannten Mikrozensus zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund wird zum Beispiel erfasst, wie gut diese Bevölkerungsgruppe in den Arbeitsmarkt integriert ist. Wie solche Erhebungen gemacht werden, konnten die Schüler in einer der Projektgruppen erfahren und beispielhaft selbst erproben.

Alles in allem hat dieses Projekt dazu beigetragen, die oftmals erhitzt geführt Debatten zur Migration zu versachlichen, so die Initiatoren des Projektes.

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